Sie schwanken zwischen Vermeil und vergoldet. Die meisten Ratgeber hören genau hier auf. Schade, denn die Frage hat drei Äste, nicht zwei. Da ist eine Goldschicht. Da ist blankes 925er Silber. Da ist massives recyceltes 18 Karat Gold. Diese drei Optionen altern überhaupt nicht gleich. Wir wollen Ihnen kein einziges Metall verkaufen. Wir entscheiden nach Gebrauch: Alltagsschmuck, Anlassschmuck, Schmuck mit gefasstem Stein. Und wir sprechen über das Fassen auf Vermeil, ein Thema, das sonst niemand behandelt.
Inhalt
- Vermeil, vergoldet, 925er Silber: die Definitionen, die zählen
- Warum Vermeil gegen vergoldet die falsche Frage ist
- Alltagsschmuck: was eine Vergoldung wirklich abnutzt
- Anlassschmuck: die Rechnung dreht sich um
- Steinfassung auf Vermeil, das Thema, das niemand behandelt
- Mit Vermeil starten, auf recyceltes 18 Karat Gold umsteigen
- Punze und französische Vermeil-Regeln
- Vermeil oder vergoldet: was länger hält, Fall für Fall
- Was Sie mitnehmen sollten
- Häufige Fragen
Vermeil, vergoldet, 925er Silber: die Definitionen, die zählen
Fangen wir bei den Wörtern an. Sie werden oft falsch benutzt.
Vermeil ist vergoldetes Silber, genauer: 925er Silber mit einer Feingoldschicht. In Frankreich ist die Definition präzise und gesetzlich festgelegt. Der Träger muss Silber mit mindestens 925 Tausendsteln sein. Die aufgebrachte Goldschicht muss mindestens 750 Tausendstel haben, also 18 Karat. Ihre Dicke muss mindestens 5 Mikrometer erreichen. Ein vergoldetes Silber mit dünnerer Schicht ist nach dieser französischen Regel kein Vermeil, auch wenn der Verkäufer es so nennt. Wichtig: Diese Schwellenwerte sind französisch. In Deutschland gibt es keine gleichlautende gesetzliche Definition, und in den USA liegt die geforderte Dicke zum Beispiel niedriger.
Vergoldet folgt einer anderen Logik. Eine Goldschicht von mindestens 3 Mikrometern wird auf ein Trägermetall aufgebracht. Dieser Träger ist fast nie edel. Meist ist es Messing oder Kupfer. Das Wort beschreibt die Beschichtung, nicht das Schmuckstück.
Gold filled ist eine amerikanische Norm. Das Gold macht dort mindestens ein Zwanzigstel des Gewichts des Stücks aus. Das französische Recht erkennt diesen Begriff nicht als offizielle Garantie an.
Blankes 925er Silber ist ein Vollmetall. Es enthält 92,5 % reines Silber. Es gibt keine Schicht, also nichts, was sich an der Oberfläche abtragen könnte. Im Gegenzug läuft es an der Luft an und wird mit der Zeit dunkler.
Rhodiniertes Silber ist dasselbe Vollmetall, überzogen mit einer mikroskopisch dünnen Rhodiumschicht. Rhodium gehört zur Platinfamilie. Es ist sehr hart, kaltweiß, und Schwefel greift es nicht an. Die Folge ist eindeutig: Rhodiniertes Silber läuft nicht schwarz an, solange seine Schicht intakt ist. Das ist die Veredelung, die wir auf unsere Silberstücke auftragen. Beachten Sie den Unterschied in der Logik gegenüber Vermeil: Hier soll die Schicht kein anderes Metall imitieren, sie soll das darunterliegende schützen.
Recyceltes 18 Karat Gold ist ebenfalls ein Vollmetall. Es hat 750 Tausendstel reines Gold und stammt bei Lauredi aus bereits gefördertem, wieder eingeschmolzenem und neu affiniertem Material. Seine Farbe steckt in der Masse.
Warum Vermeil gegen vergoldet die falsche Frage ist
Schauen Sie sich die Vergleiche im Netz an. Fast alle stellen Vermeil gegen vergoldet. Sie vergleichen also zwei Beschichtungen miteinander. Die Debatte ist falsch aufgezogen.
Eine Beschichtung nutzt sich ab. Das liegt in ihrer Natur. Die einzig interessante Frage lautet deshalb: Was bleibt übrig, wenn die Goldschicht weg ist?
Bei abgenutztem Vermeil bleibt 925er Silber. Das ist ein Edelmetall. Es lässt sich neu polieren. Es lässt sich reparieren. Es lässt sich neu vergolden. Das Stück behält Wert und Substanz.
Bei abgenutzter Vergoldung bleibt Messing. Das Metall wird stumpf, läuft manchmal grün an und kann mit mancher Haut reagieren. Das Stück ist dauerhaft kaum zu retten.
Bei blankem 925er Silber gibt es nichts abzutragen. Silber läuft an und wird schwarz, aber diese Schwärzung ist eine Oberflächenschicht, die sich entfernen lässt.
Bei recyceltem 18 Karat Gold kann die Farbe nicht verschwinden. Ein Kratzer auf einem Ring aus 18 Karat Gold bleibt Gold.
Die eigentliche Entscheidungsachse ist also nicht Vermeil gegen vergoldet. Sie lautet Beschichtung gegen Vollmetall.
Alltagsschmuck: was eine Vergoldung wirklich abnutzt
Eine Vergoldung nutzt sich nicht mit der Zeit ab. Sie nutzt sich durch Reibung ab. Das ist nicht dasselbe. Ein Schmuckstück, das zehn Jahre in einer Schatulle liegt, verliert seine Goldschicht nicht.
Die Rangfolge des Verschleißes folgt also der Mechanik, nicht dem Kalender.
Der Ring ist der schlimmste Fall. Er reibt an Türklinken, an Taschen, an der Tastatur, am Henkel einer Tasche. Seine Innenseite arbeitet ununterbrochen gegen den Finger. Dort geht die Vergoldung zuerst weg.
Danach kommt das Armband. Es rutscht am Handgelenk, stößt an den Schreibtisch, bleibt an Ärmeln hängen.
Kette und Anhänger leiden sehr wenig. Der Kontakt beschränkt sich auf Haut und Stoff.
Ohrringe kommen zuletzt. Ein Ohrstecker reibt praktisch nie.
Die Folge ist einfach. Für einen Ring, den Sie täglich tragen, ist ein Vollmetall vernünftiger: blankes 925er Silber oder recyceltes 18 Karat Gold. Für Ohrstecker oder einen Anhänger ist Vermeil eine ausgezeichnete Wahl, und das bleibt sehr lange so.
Anlassschmuck: die Rechnung dreht sich um
Anlassschmuck wird anders getragen. Ein paar Dutzend Mal im Leben, manchmal seltener. In diesem Rhythmus bewegt sich eine 5 Mikrometer dicke Schicht aus 18 Karat Gold so gut wie nicht. Vermeil wird dann sehr sinnvoll, auch bei einem spektakulären Stück.
Verwechseln Sie zwei Kategorien nicht. Ein Verlobungsring ist kein Anlassschmuck. Er wird jeden Tag getragen, jahrzehntelang. Er gehört in die Kategorie, die sich abnutzt.
Ein Ehering auch nicht. Er reibt ununterbrochen am Verlobungsring. Das ist der aggressivste Metall-auf-Metall-Kontakt im Alltag.
Steinfassung auf Vermeil, das Thema, das niemand behandelt
Hier liegt der blinde Fleck aller Vergleiche. Sie sprechen über Vergoldung, nie über Steine. Dabei ändert sich die Überlegung, sobald ein Stück gefasst ist.
Erster Punkt: Die Vergoldung wird nach dem Fassen aufgebracht. Die Goldschicht bedeckt also auch die Krappen. Und die Krappen sind die höchsten Punkte des Stücks. Sie berühren alles. An einem gefassten Vermeil-Ring zeigt sich der Verschleiß zuerst an den Krappen, vor dem Ringkörper. Man sieht es, weil ein heller Silberpunkt auf goldenem Grund auffällt.
Zweiter Punkt: Das Nacharbeiten einer Fassung beschädigt die Vergoldung. Muss eine Krappe nachgezogen werden, bearbeitet der Goldschmied das Metall an dieser Stelle. Die lokale Goldschicht springt ab. Eine Neuvergoldung wird nötig, um wieder ein gleichmäßiges Bild zu bekommen.
Dritter Punkt, der wichtigste: 925er Silber ist weicher als 18 Karat Gold. Eine Silberkrappe verformt sich leichter. Bei einem kleinen, gut eingebetteten Stein spielt das keine Rolle. Bei einem großen Stein, der von vier feinen Krappen gehalten wird, spielt es eine große Rolle.
Vierter Punkt, ein beruhigender: Der Stein selbst hat nichts zu befürchten. Ein Labordiamant ist ein Diamant, mit derselben Härte wie sein abgebautes Pendant. Ob weiß, blau, grün, rosa oder gelb, er fürchtet weder die Vergoldung noch die Jahre. Nie ist der Stein das Problem. Es ist seine Fassung.
Die Faustregel passt in einen Satz. Je größer der Stein und je luftiger die Fassung, desto mehr spricht für recyceltes 18 Karat Gold. Um einzuschätzen, was ein Stein wirklich bedeutet, erklärt unser Ratgeber zur Wahl des Diamanten die Kriterien, auf die Sie zuerst schauen sollten.
Mit Vermeil starten, auf recyceltes 18 Karat Gold umsteigen
Niemand stellt Vermeil als Etappe dar. Dabei ist das seine beste Definition.
Rechnen wir in Kosten pro Tragejahr, nicht in Kaufpreis. Ein Paar Ohrstecker für 339€, zehn Jahre getragen, kostet 34€ pro Jahr. Ein Ring für 990€, dreißig Jahre getragen, kostet 33€ pro Jahr. Der ausgewiesene Preis sagt nichts, solange man ihn nicht durch die tatsächliche Tragedauer teilt.
In dieser Rechnung hat Vermeil einen klaren Platz. Es kostet mehr als blankes Silber. Es kostet deutlich weniger als massives Gold. Es bringt die Goldfarbe sofort. Aber zu seinen Kosten kommt eine Position, die blankes Silber und 18 Karat Gold nicht haben: die mögliche Neuvergoldung bei viel getragenen Stücken.
Daraus ergibt sich ein einfacher, ehrlicher Weg. Vermeil dient zum Ausprobieren. Eine Form ausprobieren. Eine Steinfarbe ausprobieren. Ausprobieren, ob Sie an diesem Finger wirklich einen Ring tragen. Sobald die Antwort feststeht, verdient das Stück, das Sie täglich tragen, ein Vollmetall.
Bei Lauredi ist dieser Weg möglich, ohne das Design zu wechseln. Dasselbe Modell gibt es in 925er Silber, in Vermeil und in recyceltem 18 Karat Gold, weiß oder gelb. Sie steigen im Metall auf, ohne auf das Schmuckstück zu verzichten, das Sie lieben. Unser Artikel über die Vorteile von 18 Karat Gold zeigt, was der Wechsel zum Vollmetall wirklich verändert.
Punze und französische Vermeil-Regeln
Nach französischem Recht bleibt ein Vermeil-Schmuckstück juristisch ein Silberschmuckstück. Es trägt also die Silberpunzen. Die französische Garantiepunze für 925er Silber ist der Minervakopf. Dazu kommt die Verantwortungspunze des Herstellers, in Rautenform. Eine Vermeil-Punze gibt es nicht. Jedes Land hat sein eigenes Punzierungssystem, manche haben gar keines: Erwarten Sie also nicht überall dieselben Stempel.
Vergoldeter Schmuck fällt nicht unter diese Regelung. Sein Träger ist kein Edelmetall. Er trägt deshalb keine Garantiepunze. Die Angabe vergoldet muss in der Produktbeschreibung stehen.
Ein Warnsignal: die Formulierung mit Feingold vergoldet, allein verwendet. Sie sagt nichts über die Dicke. Dahinter kann sich eine Flash-Vergoldung von weniger als einem Mikrometer verbergen. Der nützliche Reflex besteht aus zwei Fragen. Welche Dicke in Mikrometern? Welcher Feingehalt für das aufgebrachte Gold? Ein Haus, das wirklich Vermeil herstellt, antwortet ohne zu zögern. Diesen Anspruch an Rückverfolgbarkeit legen wir genauso an unsere Steine und an unsere Fertigung nach Maß in Frankreich an.
Vermeil oder vergoldet: was länger hält, Fall für Fall
Hier die Zusammenfassung, ohne Umwege.
Ring für jeden Tag. Blankes 925er Silber, wenn das Budget knapp ist. Recyceltes 18 Karat Gold, wenn das Stück Sie lange begleiten soll.
Ehering und Verlobungsring. Recyceltes 18 Karat Gold. Die ständige Reibung entscheidet die Frage.
Ohrstecker und Anhänger für den Alltag. Vermeil, ohne zu zögern. Die Vergoldung hält sehr lange.
Armband. Vermeil, wenn Sie es gelegentlich tragen. Vollmetall, wenn Sie es nie ablegen.
Anlassstück. Vermeil, auch bei einem wichtigen Stück.
Schmuck mit wertvollem Stein. Recyceltes 18 Karat Gold, sobald der Stein groß oder die Fassung luftig ist.
Vergoldet. Für ein Saisonstück, das bewusst als solches gekauft wird.
Was Sie mitnehmen sollten
Vermeil ist ein echtes Edelmetall. Es ist dem vergoldeten Schmuck weit überlegen, weil darunter 925er Silber liegt und kein Messing. Aber es bleibt eine Beschichtung. Sie nutzt sich dort ab, wo es reibt.
Die richtige Frage lautet also nie, welches Metall das beste ist. Sie lautet, welches Metall für welchen Gebrauch. Ein Ohrstecker und ein Ehering haben nicht dieselben Anforderungen. Beide gleich zu behandeln ist der einzige echte Fehler.
Unsere Haltung ist konstant: Mit Vermeil zu starten ist klug, und bei den Stücken, die Sie wirklich tragen, auf recyceltes 18 Karat Gold umzusteigen ist genauso klug. Um die Lebensdauer Ihres Schmucks zu verlängern, egal für welches Metall Sie sich entscheiden, lesen Sie unsere Pflegeanleitung.
Zum Weiterlesen. Wenn die Metallfrage offen bleibt, beziffert unser Vergleich Silber, Vermeil oder recyceltes 18 Karat Gold die realen Kosten über zehn Jahre. Für ein vergoldetes Stück, das Sie täglich tragen und leicht pflegen wollen, sehen Sie unsere Kollektion Loop. Und vor einem Etikett fragen Sie immer nach der Dicke in Mikrometern und dem Feingehalt des aufgebrachten Goldes, derselbe Reflex wie die Suche nach dem Minervakopf auf unseren 925er Silberstücken.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Vermeil und vergoldet?
Der Unterschied liegt im Träger, nicht in der Vergoldung. Vermeil ist 925er Silber mit mindestens 5 Mikrometern Gold zu 750 Tausendsteln, nach der französischen Definition. Vergoldet ist ein unedles Metall, oft Messing, mit mindestens 3 Mikrometern Gold. Wenn die Schicht durch ist, bleibt im einen Fall ein Edelmetall, im anderen Messing.
Ist Vermeil ein echtes Edelmetall?
Ja. Sein Träger ist 925er Silber, das nach französischem Recht als Edelmetall gilt. Ein in Frankreich gefertigtes Vermeil-Stück trägt sogar die Silberpunze, den Minervakopf.
Wie lange hält ein Vermeil-Schmuckstück?
Das hängt völlig vom Typ des Stücks ab. Ohrstecker behalten ihre Vergoldung viele Jahre. Ein täglich getragener Ring zeigt deutlich früher Spuren, meist an den Krappen und an der Innenseite. Die Reibung entscheidet, nicht die verstreichende Zeit.
Kann man einen Diamanten auf Vermeil fassen?
Ja, und das wird ständig gemacht. Gefasst wird vor dem Vergolden. Zwei Dinge sollten Sie im Kopf behalten. Die Krappen nutzen sich zuerst ab. Und 925er Silber ist weicher als 18 Karat Gold, was bei großen Steinen zählt.
Ist Vermeil hypoallergen?
Es wird von den meisten Hauttypen gut vertragen. Solange die Vergoldung intakt ist, findet der Kontakt mit Gold zu 750 Tausendsteln statt, das kaum reagiert. Empfindliche Haut kann dagegen auf das Kupfer in der Silberlegierung reagieren, sobald die Vergoldung durch ist. In diesem Fall bleibt massives recyceltes 18 Karat Gold die angenehmste Lösung.
Vermeil oder recyceltes 18 Karat Gold für einen Verlobungsring?
Recyceltes 18 Karat Gold. Ein Verlobungsring wird jahrzehntelang täglich getragen. Er reibt ununterbrochen am Ehering. Keine Beschichtung hält diesem Rhythmus ohne Eingriff stand.
Fiona